Warum wir Chile verließen: Die Geschichte hinter dem Patagonia Mainz
- 3. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Geschichten der Auswanderung sind immer sehr individuell und die Gründe sehr unterschiedlich.
Sehr oft werden finanzielle Gründe für unseren Umzug nach Deutschland einfach angenommen. Manchmal schwingt dabei ein leiser, missachtender Unterton mit. Und obwohl es absolut legitim ist, für die eigene Familie eine bessere wirtschaftliche Zukunft zu suchen – bei uns war der Grund ein ganz anderer.
Unsere Auswanderung aus Osorno im Süden Chiles war keine Kurzschlussreaktion, aber ein sehr schneller, mutiger Beschluss meiner Eltern Fernando und Ximena.
Ein Buch, das alles veränderte
Meine jüngste Schwester Magdalena wurde 1997 mit Spina Bifida geboren – einer angeborenen Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks. Es folgten unzählige Operationen, die Zukunft war völlig ungewiss, die medizinische Behandlung kompliziert und herausfordernd.
Ende 2000 brachte eine befreundete Familie ein medizinisches Fachbuch aus Deutschland mit. Darin gab es ein großes Kapitel über Spina Bifida, geschrieben von führenden Experten des Kinderneurologischen Zentrums in Mainz.
Experten, die es in dieser Form in Chile damals einfach nicht gab.
Für meine Eltern stand sofort fest: Wir gehen dorthin, wo Magdalena die beste Hilfe bekommt. Im Mai 2001 packten wir unser Leben in Koffer.
Aus zwei geplanten Jahren wurden 25
Der Anfang in Deutschland war hart. Nur mein Vater sprach zu Beginn Deutsch. Meine Mutter und wir vier Mädchen mussten uns in einer völlig fremden Kultur zurechtfinden, die Sprache lernen und für unsere Integration kämpfen.
Es folgten viele weitere Operationen für Magdalena. Manche brachten den erhofften Erfolg, manche leider nicht. Aus den ursprünglich geplanten zwei Jahren in Deutschland sind mittlerweile 25 Jahre geworden.
Ein Stück Heimat in der Mainzer Neustadt
Nicht alle Wunden aus dieser intensiven Anfangszeit sind bis heute komplett verheilt. Aber das Patagonia hat unserer Familie etwas Wundervolles geschenkt: die Möglichkeit, ein echtes Stück unserer chilenischen Heimat nach Mainz zu bringen.
Wenn ihr bei uns im Restaurant sitzt, euch wohlfühlt und euch die Gerichte schmecken – die übrigens größtenteils auf den Rezepten unserer Oma basieren –, dann erfüllt das unser Herz mit purem Stolz. Das Patagonia ist für uns nicht nur ein Job. Es ist der Ort, an dem unsere lange Reise angekommen ist.





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